top of page

15. August 2026 - Zwischen Fachwerk und Kanälen – zwei Tage im Herzen des Elsass

  • Autorenbild: Niko Benas
    Niko Benas
  • vor 4 Tagen
  • 3 Min. Lesezeit

Teil 1 – Colmar: Eine Märchenstadt erwacht


Noch bevor die ersten Sonnenstrahlen die Dächer erreichen, liegt Colmar in einer besonderen Stille. Die Gassen sind menschenleer, die Fassaden wirken im weichen Licht des Morgens fast unwirklich. Hier und jetzt beginnt meine zweitägige fotografische Reise durch das Elsass – mit der Kamera immer auf der Suche nach den Spuren vergangener Jahrhunderte.



Colmar ist dabei der perfekte Auftakt. Die historische Altstadt scheint einem Bilderbuch entsprungen zu sein: reich verzierte Fachwerkhäuser, farbenfrohe Fassaden, kleine Plätze und Kanäle, die sich durch die alten Viertel ziehen. Besonders früh am Morgen zeigt sich die Stadt von ihrer ruhigsten Seite.



Im Viertel Petite Venise, dem Kleinen Venedig, spiegeln sich die Häuser im Wasser. Boote gleiten später am Tag durch die Kanäle, während in den verwinkelten Gassen das Leben langsam erwacht. Für die Fotografie bietet Colmar eine nahezu unerschöpfliche Fülle an Motiven – vom Detail einer kunstvoll geschnitzten Fassade bis zum großen Stadtbild mit Kirchtürmen und historischen Häuserzeilen.



Mit fortschreitendem Tag verändert sich die Atmosphäre. Das warme Morgenlicht weicht dem klareren Tageslicht, Besucher füllen die Gassen und aus der stillen Märchenstadt wird eine lebendige elsässische Stadt.



Teil 2 – Kaysersberg: Fachwerk an der Weinstraße


Die Reise führt als Nächstes nach Kaysersberg, ca. 15 Autominuten von Colmar entfernt, einem der charaktervollsten Orte an der berühmten elsässischen Weinstraße.


Hoch über der historischen Altstadt thront die kaiserliche Burg Kaysersberg (Château de Kaysersberg), im 13. Jahrhundert (um 1200/1227) erbaut. Sie diente früher der Kontrolle der Handelsstraßen nach Lothringen.

Sie war ein wichtiger strategischer Ort im Krieg zwischen dem Reich und den Herzögen von Lothringen.

Nimmt man die Treppe mit den 122 Stufen, die einen auf die Spitze des Bergfrieds führt, kann man ein herrliches Panorama über Kaysersberg genießen, den Taleingang auf der Bergseite, die Weinberge und bei guter Sicht sogar den Schwarzwald in Deutschland.



Besonders reizvoll ist der Blick auf die Häuser entlang des Flusses Weiss. Wasser, Brücken und Fachwerk ergeben eine Bildkomposition, die kurz vor und nach Sonnenuntergang ihren besonderen Reiz entfaltet.

Es sind die kleinen Dinge, die den Charakter des Ortes ausmachen: Blumen an den Fenstern, alte Türen, Holzverzierungen, unregelmäßiges Mauerwerk und die unterschiedlichen Farben der Fassaden.



Die Altstadt wird von historischen Fachwerkhäusern geprägt, die sich dicht aneinanderreihen. Dazwischen verlaufen schmale Gassen, kleine Durchgänge und Plätze, die immer wieder neue Perspektiven eröffnen. Die steinernen und hölzernen Fassaden erzählen von einer langen Geschichte und machen Kaysersberg zu einem idealen Ziel für Architekturfotografie.



Geschichte, Architektur und Landschaft sind hier eng miteinander verbunden. Wenn die ersten Lichter in den Häusern angehen und die Gassen allmählich ruhiger werden, verändert sich Kaysersberg: Die historische Architektur wird nun vom warmen Licht der Straßenlaternen und Schaufenster akzentuiert – ein stimmungsvoller Abschluss eines langen Fototages.



Teil 3 – Riquewihr: Ein Dorf wie aus einer anderen Zeit


Der dritte Schauplatz der Reise ist Riquewihr, 10 Autominuten von Kaysersberg entfernt, eines der schönsten Dörfer Frankreichs. Schon der erste Blick auf den historischen Ortskern vermittelt den Eindruck, als sei die Zeit hier stehen geblieben.


Innerhalb der alten Stadtmauern reiht sich ein Fachwerkhaus an das nächste. Farbenfrohe Fassaden, steinerne Erdgeschosse, Erker und reich verzierte Holzkonstruktionen bilden ein außergewöhnlich geschlossenes historisches Ensemble.


Gerade für die Fotografie ist Riquewihr ein Ort der Perspektiven. Hinter jeder Ecke wartet eine neue Ansicht: eine schmale Gasse, ein Torbogen, eine alte Haustür oder eine Häuserfront.



Am schönsten ist es, sich ohne festes Ziel durch den Ort treiben zu lassen. Die verwinkelten Gassen werden dabei selbst zum Motiv. Sie führen den Blick zwischen den historischen Häusern hindurch und erzeugen jene räumliche Tiefe, die auf Fotografien besonders eindrucksvoll wirken kann.

Am späten Abend entfaltet Riquewihr schließlich eine ganz andere Atmosphäre. Die Tagesbesucher sind verschwunden, die Gassen werden stiller und das warme Licht der Laternen bringt die historischen Fassaden zum Leuchten. Aus dem geschäftigen Ausflugsziel wird wieder das mittelalterlich anmutende Dorf, das man am liebsten ganz für sich allein hätte.



Teil 4 – Fazit


Zwei Tage Fotografie von früh morgens bis spät abends bedeuten nicht nur viele Motive, sondern vor allem ständig wechselnde Lichtstimmungen.


Colmar, Kaysersberg und Riquewihr sind trotz ihrer Nähe zueinander ganz unterschiedliche fotografische Erlebnisse.


Colmar begeistert mit seinen Kanälen, farbenfrohen Häusern und dem beinahe märchenhaften Stadtbild. Kaysersberg verbindet historische Architektur mit der Landschaft der elsässischen Weinstraße. Und Riquewihr beeindruckt durch sein außergewöhnlich geschlossenes historisches Ortsbild und seine verwinkelten Gassen.


Nach zwei langen Tagen mit der Kamera bleibt deshalb vor allem eines: der Eindruck einer kleinen Zeitreise. Vom ersten Licht über die geschäftigen Stunden des Tages bis zur letzten blauen Stunde zeigt sich das Elsass immer wieder von einer anderen Seite.


Und vielleicht liegt genau darin der besondere Reiz dieser Reise: Man fotografiert nicht einfach alte Häuser und schöne Gassen – man fotografiert die Atmosphäre eines Ortes, an dem Geschichte bis heute sichtbar und spürbar geblieben ist.


Kommentare


Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Bitte den Website-Eigentümer für weitere Infos kontaktieren.

Niko Benas Photo-Impulse © Romantische, mystische und verträumte Stimmungen. Biete private Workshops und Kalender an.

Alle Inhalte und Fotos © 2026 Niko Benas Photo-Impulse - niko.benas@arcor.de
 

  • Facebook
  • Instagram
bottom of page